Dust: An Elysian Tail | Cringe vom Feinsten

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Dust: An Elysian Tail ist eines dieser Spiele, die ich mir mal im Steam Sale gekauft habe, aber nie gespielt habe. Das wurde nachgeholt und ich musste mich nie so fremdschämen. An sich ist Dust ein sehr solides Spiel, die Präsentation ruiniert das Ganze leider.

Dust: An Elysian Tail ist ein 2D Plattformer mit Hack’n’Slash Elementen. Man übernimmt die Rolle von Dust, einem Krieger, der sein Gedächtnis verloren hat. Zusammen mit einem sprechenden Schwert und einem fliegenden Nimbat (keine Ahnung was das sein soll) namens Fidget, der einfach nicht leise sein kann, macht Dust sich auf die Reise, um General Gaius aufzuhalten.

Das beachtliche hierbei ist, dass das Spiel zum größten Teil von nur einer Person namens Dean Dodrill entwickelt wurde. Dies hat zwar keinen Einfluss auf meine Bewertung, ich fühle mich aber ein wenig mies, da sich der folgende Text eventuell etwas grob anhört.

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Eigentlich ist das Spiel sehr gelungen. Das Gameplay ist flüssig, Kombos fühlen sich gut an, es bietet eine gewisse Herausforderung und an der Musik ist auch fast nichts auszusetzen. Besonder die Interaktionen zwischen Fidgets und Dusts Fähigkeiten sorgen für Abwechslung. Die verschiedenen Ausrüstungsgegenstände geben einem das Gefühl, dass man Fortschritt macht.

Vereint man all diese Dinge aber mit einer Story, die sehr vorhersehbar ist und Furry Charakteren, die wie eine Deviantart Eigenkreation eines 13 Jährigen aussehen, so erhält man Dust: An Elysian Tail.

 

Kunststil: Deviantart

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Von Beginn an wird einem die Tatsache, dass man ein Spiel mit anthropomorphen Tieren gestartet hat unter die Nase gerieben. Bereits der Name verweist durch ein Wortspiel mit den Wörtern „Tale“ (Geschichte) und „Tail“ (Schweif) darauf hin. Bisher ist das aber noch nicht schlimm, ich habe viele solcher Spiele gespielt und die meisten handhabten ihre Charaktere genau richtig. Dust: An Elysian Tail ist scheitert aber in einem wesentlichen Punkt.

Der Kunststil des Spielt ist nicht ganz ausgereift. Idealerweise sollte man seine Charaktere so zeichnen, dass man sie sofort dem Werk, dem sie entsprungen sind zuweisen kann. Hier ist dies aber nicht der Fall. Viele der Portraits im Spiel hätten noch wesentlich verbessert werden müssen, bei den meisten fehlt einfach das Shading. Schaut man sich zum Beispiel Fidget an, so sieht man, wie man es richtig machen sollte. Die anderen Charaktere sehen aber im Vergleich viel schlechter aus. Man könnte sie in jedes beliebige Spiel stecken, da sie einfach nur generisch aussehen. General Gaius ist hierfür der schlimmste Übeltäter.

Alles außerhalb der Cutscenes sieht auch eigentlich super aus, daher verstehe ich nicht, warum man sich für die Portraits nicht etwas mehr Mühe gegeben hat.

Die Story

Die Story von Dust: An Elysian Tail ist nichts, was man nicht schon tausende Male gesehen hat. Der Hauptcharakter leider an Gedächtnisverlust, muss nun irgendjemanden aufhalten und erfährt dabei seine dunkle Vergangenheit. Wenn man das Element der Amnesie gut umsetzten kann, ist dies auch kein Problem. Hier wirkt der Gedächtnisverlust jedoch so, als hätte man ihn als Mittel zum Zweck für die Story verwendet. Zumal hat er seinen Sinn größtenteils verfehlt.

Wenn man einen Hauptcharakter mit Amnesie verwendet gibt es zwei Wege, die man damit einschlagen kann. Entweder man gibt dem Spieler gar keine Informationen und er erfährt alles mit dem Protagonisten um so Spekulationen anzuregen. Oder man weiht den Spieler in die Geschichte des Charakters ein, sodass er auf dessen Reaktionen gespannt ist und beobachten kann, ob der Gedächtnisverlust Einfluss auf dessen Charaktereigenschaften hat.

Im Falle von Dust weiß der Spieler zwar nichts über dessen Vergangenheit, man erfährt aber alle Wichtigen Informationen gleich zu Beginn des Spiels. Dust tappt aber weiterhin im Dunkeln. Die Story wird daher extrem vorhersehbar.

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Lob gilt aber den Nebenquests. Hier hat man sich sichtlich bemüht, dem Spieler Abwechslung zu bieten. Einige sind zwar etwas zeitaufwändig, liefern aber den Humor, der in der Hauptstory fehlt.

 

Cool Kids in Town

Wem die tollen Charakterportraits nicht genug waren, der darf sich auf extrem coole Dialoge und Monologe der Charaktere freuen. Mir kam es so vor, als wäre das Skript von einem Teenager gekommen, der cool sein will, es aber ein wenig übertreibt. Hätten die Synchronsprecher nicht so gute Arbeit geleistet, wäre alles noch schlimmer geworden. Ich konnte das Spiel einfach nicht ernst nehmen, vermutlich, weil es sich selber viel zu ernst nahm.

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Dies trifft aber eigentlich nur auf die Hauptcharaktere zu, alle NPCs sind besitzen Charakter und werden nicht nur auf ihre Absichten in der Handlung reduziert.

Fazit

Dust: An Elysian Tail ist eigentlich kein schlechtes Spiel, ganz im Gegenteil. Das Spiel leidet aber extrem an seiner Präsentation und der schwachen Story. Ich bin mir zwar sicher, dass Fans des Furry Kultur ihren Spaß daran haben werden, für mich war das aber ein wenig zu viel. Schade, dass dadurch viele vom Kauf eines Plattformers mit sehr solidem Gameplay abgehalten werden. Wem das aber nichts ausmacht, dem kann ich Dust: An Elysian Tail empfehlen.

Hier am Ende der Review fällt mir auf, dass das Spiel viele Ähnlichkeiten zu Ori and the Blind Forest aufweist. Wer Ori noch nicht gespielt hat, sollte lieber dazu greifen.

Erhältlich ist Dust: An Elysian Tail hier auf Steam. Zudem ist es im XBox Live Acade Store, der Playstation, Switch und dem Apple Store erhältlich.

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